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Wirtschaft fordert Selbstbeschränkung: Zwölf Lebensmittelunternehmen starten Petition für strengere Kindermarketing-Regeln

Wirtschaft fordert Selbstbeschränkung: Zwölf Lebensmittelunternehmen starten Petition für strengere Kindermarketing-Regeln

Berlin, 16. Oktober 2026 – In einer bislang einmaligen Allianz fordern zwölf deutsche Lebensmittelunternehmen gesetzliche Schranken für das eigene Marketing: Mit dem Start der Petition „Weniger Werbung – weniger Nein“ appellieren die Initiator:innen an die Bundesregierung, gezielte Werbeaktivitäten an Kinder für ungesunde Lebensmittel gesetzlich zu verbieten. Maßstab sollen die Nährwertkriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sein.

Da die Mehrzahl der beteiligten Hersteller selbst Produkte im Sortiment führt, die diese WHO-Vorgaben nicht erfüllen, bedeuten die geforderten Regeln für sie direkte Einschränkungen im Tagesgeschäft. Süßwaren, Snacks und verarbeitete Lebensmittel sollen weiterhin verkauft und beworben werden dürfen, jedoch nicht mehr gezielt zugeschnitten auf die Zielgruppe Kinder.

Julia Möckel, CEO von Ackerherz: „Wir stehen hinter der Petition, weil Kinder großzuziehen heute schon anspruchsvoll genug ist. Eltern müssen täglich oft genug Nein sagen. Wir finden: Ein Nein weniger wäre ein guter Anfang.“

Die Forderungen im Detail

Die Initiative richtet sich an insbesondere an Alois Rainer, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft sowie Stefanie Hubig, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. Konkret fordert die Petition vier verbindliche Eckpfeiler:

  1. Umfeldverbot: Keine Kinderwerbung in Schulen, Kitas, Kinderprogrammen, Apps oder Games.

  2. Digitales Schutzkonzept: Verbot von gezieltem digitalem Kindermarketing via Targeting, Tracking und Gamification.

  3. Influencer-Einschränkung: Kein Marketing über Creator:innen mit vorwiegend jungem Publikum.

  4. Verpackungssprache: Verbot von gezielt kindgerechten Gestaltungen (z. B. durch Comic- oder Lizenzfiguren).

Hohe Werbebelastung im Alltag

Die Initiative knüpft an die seit Jahren geführte Debatte um ein Kinder-Lebensmittel-Werbegesetz an. Wie dringlich der Handlungsbedarf ist, zeigt eine Studie der Universität Hamburg: Mediennutzende Kinder zwischen drei und 13 Jahren sehen im Schnitt täglich 15,48 Werbespots beziehungsweise Online-Ad-Impressions für Lebensmittel, die nach WHO-Kriterien nicht an sie vermarktet werden sollten.

"Als Ernährungswissenschaftlerin kenne ich die Zahlen, als Mutter sehe ich das Problem: Wenn riesige Werbebudgets darüber entscheiden, was bei unseren Kindern auf dem Teller landet, läuft etwas falsch. Wir brauchen endlich faire Regeln.", so Emilie Wegner, Gründerin von Hülsenreich & Ernährungswissenschaftlerin

Die Petition wird von Berlin isst anders, einer Initiative von Civocracy, koordiniert und im Rahmen des Programm-Förderprojekts „Nachhaltig wirken – Förderung Gemeinwohlorientierter Unternehmen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt. Neben Bürger:innen sind ab heute auch weitere Unternehmen und Verbände aufgerufen, die Zeichnung öffentlich zu unterstützen.

Die Initiator:innen:

Ackerherz · die Vegane Fleischerei · HaferZeit · Kaska Drinks · MISS MINEVA'S · OUR GREENERY · pack&satt · QUARKWERK · RiCE UP · PENG · Supernutural · Hülsenreich

Weitere Informationen und Petitionslink: „Weniger Werbung – weniger Nein“ auf Innit
Bildmaterial, weiterführende Infos: hier

about Civocracy:

Civocracy entwickelt strategische Allianzen und Beteiligungsformate rund um gesellschaftliche Zukunftsthemen. Dafür bringt das Berliner Unternehmen Akteurinnen aus Wirtschaft, öffentlichem Sektor und Zivilgesellschaft zusammen und schafft Möglichkeiten für Bürgerinnen, sich einzubringen und Veränderung mitzugestalten. In den vergangenen zehn Jahren hat Civocracy mit mehr als 200 Organisationen zusammengearbeitet. Civocracy ist Initiatorin von Berlin isst anders, einem Netzwerk von über 130 Unternehmen, Verbänden, Nonprofits und Akteur*innen der Berliner Verwaltung.

Pressekontakt

Katharina Prater

pr@civocracy.org

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